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Manfred Spiller, 1932 in Halberstadt geboren, studierte in Leipzig evangelische Theologie und Musik, im Hauptfach Komposition bei Johannes Weyrauch.
Nach anderthalb Jahrzehnten im Pfarrdienst, widmet er sich seit 1976 kompositorischen Arbeiten mit Schwerpunkt Kirchenmusik, schreibt aber auch Orchesterwerke und Kammermusik. Zu seinem kirchenmusikalischen Schaffen gehören bislang 12 Motetten, Orgelwerke, Choralbearbeitungen für Blechbläser, Solomotetten und Geistliche Konzerte für Singstimme und Orgel.
Der Komponist lebt in Wolfenbüttel.

Bedeutende Auftragskompositionen seien besonders herausgestellt:
"Gottes Wort ist ein Licht" Motette a cappella auf Worte Martin Luthers, op. 40, 1983 zum Lutherjahr.
Uraufführung in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche Berlin durch die Kantorei Berlin-NeuWestend unter
Helmuth Pein.
"Lobet den Herrn auf Erden" op. 50, Kantate für Sopran, Bariton, Chor, Blechbläser, Streicher und Pauken,
1985 zum Europäischen Jahr der Musik. Uraufführung in Salzgitter durch Arno Mast.
Vespermusik zum Bundeskirchbautag 1989 -Motette" Abendgebet", Psalm 139, Magnificat. Uraufführung
unter LKMD Gunther Martin Göttsche in Wolfenbüttel.
"Du meine Seele, singe" Choralfantasie für Orgel, op. 85, 1996 zum 500. Kirchjubiläum Mittweida / Sachsen.
Uraufführung durch Eckhard ZuckerriedeI.
"Orgel-Passacaglia" zur Orgelweihe 1996 für die St. Trinitatiskirche, Chemnitz. Uraufführung durch Bach-Preisträger Matthias Süß.

Manfred Spiller knüpft an den linear-diatonisch-modalen Stil seines Lehrers an, geht aber durch Einbeziehung "weicherer Strukturen" eigene Wege. Seine Kompositionen sind "klanglich gemäßigt modern", "unmittelbar ansprechend", von Einfallsreichtum und "formal sauber gearbeiteter Übersichtlichkeit" geprägt. Und aus weiteren Rezensionen der Musikkritik: Es gibt "keine glasklaren, eiskalten musikalischen Aussagen", stattdessen eine von geistlichen Inhalten "tief empfundene und gedanklich durchdrungene Musik".

Horst Brauner

Die vorliegende Motette "Bleibe bei uns, Herr" schrieb Manfred Spiller (*1932) 1979 auf einen bekannten Gebetstext von Georg Christian Dieffenbach (1853). Sie ist Frau Ingeborg Glowatzki und der Kantorei St. Thomas in Wolfenbüttel gewidmet, die sie im Entstehungsjahr auch zum ersten Mal aufführten.

Die Motette lenkt den Blick vom Abend des Tages auf den Abend des Lebens und den Abend der Welt. In allen aufkommenden ängsten erfasst der Betende die Hand dessen, der an jedem dieser "Abende" bei uns bleiben will. Die Musik rührt den Sänger und Zuhörer in dieses stille und feste Vertrauen.

"Dem flehenden, weithin schwebend behandelten Text wird die musikalische Ausdeutung hervorragend gerecht. Bei polyphonen Partien verlässt das Stück die erweiterte Tonalität nicht und erweist sich, formal gerundet, wohlklingend."
Als Manuskript gehört diese Motette seit Jahren schon zum guten Bestand vieler Kantoreien und ist bereits in Aufnahmen des Senders Freies Berlin und des Norddeutschen Rundfunks fest verankert.

Der JUBAL MusikVERLAG legt hiermit nun dieses Werk erstmals im Druck vor und möchte zusammen mit der Edition weiterer Arbeiten Manfred Spillers dazu beitragen, daß das Werk dieses zeitgenössischen Komponisten eine noch breitere Choröffentlichkeit findet.